Mitteilungen für das öffentliche Gesundheitswesen
Die Mitteilungen für das öffentliche Gesundheitswesen (kurz: Public Health Newsletter) liefern quartalsweise eine breite Palette an wichtigen und interessanten Informationen des öffentlichen Gesundheitswesens.
Untenstehend finden Sie die Beiträge für das 4. Quartal 2025
Preisveröffentlichung
Die Höchstpreise laut Preisgesetz (BGBl. Nr. 145/1992) werden laufend auf der Website des BMASGPK verlautbart.
Gesundheitsqualitätsportal Newsletter
Das Gesundheitsqualitätsportal ist die zentrale Informationsplattform zu Qualität und Patient:innensicherheit im österreichischen Gesundheitswesen. Betrieben vom Bundesinstitut für Qualität im Gesundheitswesen im Auftrag des BMASGPK, bündelt es aktuelle Informationen, Rahmenbedingungen/Strategien und Projekte rund um die Themen Versorgungsqualität, Qualitätsmessung und Patient:innensicherheit. Ziel ist es, Orientierung im vielfältigen Qualitätsgeschehen zu schaffen und den Dialog zwischen Fachleuten, Einrichtungen und der interessierten Öffentlichkeit zu fördern.
Ein besonderes neues Serviceangebot ist der vierteljährliche Newsletter, der regelmäßig über neue Projekte, Entwicklungen und Veranstaltungen informiert.
Strategie für Qualitätsregister im Gesundheitswesen
Die Strategie für Qualitätsregister im Gesundheitswesen (2025) legt den Rahmen für die künftige Steuerung, Einrichtung und Qualitätssicherung von Qualitätsregistern in Österreich fest. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis zu schaffen, wie Qualitätsregister konzipiert und betrieben werden sollen, um Versorgungsqualität systematisch zu verbessern. Die Strategie betont die Bedeutung von Interoperabilität, Datensicherheit und europäischer Anschlussfähigkeit (insbesondere im Kontext des European Health Data Space). Neue Registervorhaben sollen künftig über ein standardisiertes Antrags- und Bewertungsverfahren eingereicht werden, das jährlich durchgeführt wird.
A-IQI Bericht 2024
Die Austrian Inpatient Quality Indicators (A-IQI) dienen der bundesweit einheitlichen Bewertung der Versorgungsqualität auf Basis der Leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung und der Qualitätsregister. Das Projekt wurde 2011 gestartet und seit 2013 im Rahmen der Zielsteuerung-Gesundheit flächendeckend umgesetzt. Kernstück sind die Peer-Review-Verfahren, die qualitative Analysen auf Basis von Krankengeschichten ermöglichen und Verbesserungspotenziale in der Versorgung aufzeigen. Bis 2024 wurden über 220 Peer-Reviews durchgeführt, 2024 mit den Schwerpunkten Herzinfarkt, Linksherzkatheter und Herzchirurgie. Der A-IQI-Zyklus umfasst fünf Kategorien: Indikatorenentwicklung, Messung, Peer-Review, Monitoring und Transparenz. Das Fokusthema 2024, der Early Warning Score, hebt die Bedeutung standardisierter Verfahren zur frühzeitigen Erkennung klinischer Verschlechterungen hervor. Der Bericht betont die enge Verzahnung von Datenanalyse, klinischer Expertise und lernorientierter Qualitätsarbeit als Basis für eine sichere, evidenzbasierte Gesundheitsversorgung.
Evaluierung der bundesweiten Empfehlung zu Patient Blood Management und Präoperative Diagnostik
Die Bundesqualitätsleitlinie Präoperative Diagnostik (BQLL PRÄOP) und der Qualitätsstandard Patient Blood Management (QS PBM) wurden 2025 im Auftrag der Zielsteuerung – Gesundheit evaluiert. Diese Evaluierung erfolgte sowohl in Form einer Befragung auf Landes- und Krankenanstaltenebene als auch auf Basis einer umfassenden Auswertung vorhandener Datenbestände. Die Ergebnisse fließen in die Erarbeitung von Aktualisierungsvorschlägen für die jeweiligen QS ein.
Salmonellen
Bericht der Nationalen Referenzzentrale für das Jahr 2024
Seit 2002 ist ein Rückgang von mehr als 75 % der Fälle zu verzeichnen. Der Abfall der humanen Salmonellose-Fälle war vor allem durch den deutlich selteneren Nachweis von S. Enteritidis bedingt. Dies beruht zum einen auf der Umsetzung des Zoonosengesetzes (epidemiologische und mikrobiologische Abklärung von lebensmittelbedingten Ausbrüchen), zum anderen auf Maßnahmen im Legehennenbereich.
NRZ Salmonellen Jahresbericht 2025 (PDF, 361 KB)
Tuberkulose
Bericht der Nationalen Referenzzentrale für das Jahr 2024
Im Jahr 2024 wurden in Österreich 389 Fälle von Tuberkulose gemeldet. Männer erkrankten 2,2-mal häufiger als Frauen (5,9 im Vergleich zu 2,7 pro 100.000 EW).
Im Jahr 2024 wurden an der Nationalen Referenzzentrale für Tuberkulose 4 Fälle von multiresistenter (MDR)-Tuberkulose und ein Fall prä-extensiv resistenter Tuberkulose (prä-XDR-TB) nachgewiesen.
NRZ Tuberkulose Jahresbericht 2024 (PDF, 362 KB)
Botulismus
Bericht der Nationalen Referenzzentrale für das Jahr 2024
Botulismus kommt beim Menschen in drei Formen vor: Nahrungsmittelbotulismus, Säuglingsbotulismus sowie Wundbotulismus. Die Nationale Referenzzentrale für Botulismus am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene Graz der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat im Jahr 2024 einen Fall von Botulismus dokumentiert. Der Patient war ein 8 Monate alter männlicher Säugling.
NRZ Botulismus Jahresbericht 2024 (PDF, 330 KB)
Legionellen
Bericht der Nationalen Referenzzentrale für das Jahr 2023
Im Jahr 2023 wurden von der Nationalen Referenzzentrale für Legionella-Infektionen 325 Fälle von Legionärskrankheit, inklusive vierzehn Todesfälle, registriert. Von den 325 Fällen waren 256 im privaten/persönlichen Umfeld erworben, 64 Fälle mit Aufenthalten in Beherbergungsbetrieben und 5 mit dem Aufenthalt in einer Gesundheitseinrichtung assoziiert. Im Jahr 2023 wurden vom Europäischen Netzwerk „European Legionnaires' Disease Surveillance Network“ (ELDSNet) 30 Fälle von Legionärskrankheit bei ausländischen Tourist:innen, die sich während ihrer wahrscheinlichen Ansteckungszeit in einem der österreichischen Beherbergungsbetriebe aufgehalten hatten, an die Nationale Referenzzentrale gemeldet.
NRZ Legionellen Jahresbericht 2023 (PDF, 335 KB)
Shigellose
Bericht der Nationalen Referenzzentrale für das Jahr 2024
Es haben in den letzten zwei Jahrzehnten keine Ausbrüche mit großen Fallzahlen stattgefunden, somit gab es im Schnitt keine bemerkenswerten Anstiege in der Inzidenz der Shigellose in Österreich. Im Jahr 2024 wurden in Österreich 88 bestätigte Fälle von Infektionen mit Shigellen gemeldet. Bei 35 Isolaten konnte eine Resistenz gegen Ciprofloxacin nachgewiesen werden, bei 44 Stämmen eine Nalidixinsäure Resistenz.
NRZ Shigellose Jahresbericht 2024 (PDF, 543 KB)
Campylobacter
Bericht der Nationalen Referenzzentrale für das Jahr 2024
Bakterien der Gattung Campylobacter zählen zu den wichtigsten Erregern von bakteriellen Darminfektionen beim Menschen. Bereits geringe Keimzahlen können beim Menschen eine Infektion auslösen und leichte bis schwere Durchfallerkrankungen verursachen. Die Übertragung erfolgt primär über den Genuss von kontaminierten Lebensmitteln. Im Jahr 2024 wurden in Österreich 6.858 Fälle von Campylobacteriose registriert, davon 10 Todesfälle. Die Resistenzraten waren extrem hoch bzw. sehr hoch für Fluorochinolone und Tetracycline. Die Makrolidresistenz war gleichbleibend niedrig.
NRZ Campylobacter Jahresbericht 2024 (PDF, 932 KB)
E. coli
Bericht der Nationalen Referenzzentrale für das Jahr 2024
Im Jahr 2024 wurden an der Nationalen Referenzzentrale für Escherichia (E.) coli einschließlich Verotoxin-bildender E. coli (VTEC) insgesamt 2060 Proben untersucht, davon 1950 humane Proben, 88 Lebensmittelproben und 22 Ringversuchsproben. Im Jahr 2024 wurden 853 Erkrankungs- und 2 Todesfälle gemeldet. Als postinfektiöse Komplikation trat in 11 Fällen ein hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) auf. Im Jahr 2024 wurden in Österreich 7 VTEC-Ausbrüche gemeldet, und zusätzlich 11 Familienausbrüche mit jeweils
2 bis 4 Fällen pro Cluster registriert.
NRZ E. coli Jahresbericht 2024 (PDF, 840 KB)
Noroviren
Bericht der Nationalen Referenzzentrale für das Jahr 2024
Noroviren sind für den Großteil der nicht bakteriell bedingten Gastroenteritiden verantwortlich. Im Jahr 2024 wurden in Österreich 3.510 bestätigte und 18 wahrscheinliche Norovirus-Infektionen gemeldet. An der Nationalen Referenzzentrale für Noroviren der Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurden 525 Proben untersucht. Es wurden 133 Proben aus 22 Gastroenteritis-Ausbrüchen zur Abklärung an die Referenzzentrale gesandt. Die Noroviren Ausbrüche betrafen primär Senioren- und Pflegeeinrichtungen.
Noroviren Jahresbericht 2024 (PDF, 563 KB)
Lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche – Bericht für das Jahr 2024
Stehen zwei oder mehrere Infektionsgeschehen durch den Verzehr des gleichen Lebens-mittels oder eines Lebensmittels von ein und demselben Lebensmittelunternehmen in Verbindung, werden die Erkrankungsfälle zu einem lebensmittelbedingten Krankheitsausbruch (LMbKA) zusammengefasst. Im Jahr 2024 wurden in Österreich 34 LMbKA registriert, um 8 weniger als im Vorjahr. Davon betroffen waren 194 Personen, von welchen 77 Personen hospitalisiert werden mussten, es gab 2 Todesfälle. Als häufigstes Ausbruchsagens trat wieder Salmonella spp. (17 Ausbrüche) auf, gefolgt von Campylobacter spp.
(7 Ausbrüche) und 5 Ausbrüchen durch Noroviren.
LMbKA Jahresbericht 2024 (PDF, 511 KB)
Neues Referenzzentrum für respiratorische Viren
Am 1. Oktober 2025, hat das "Referenzzentrum für respiratorische Viren" an der Medizinischen Universität Wien, Zentrum für Virologie, offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Die neue Einrichtung wurde vom BMASGPK beauftragt und dient der Überwachung saisonaler Atemwegserkrankungen wie Influenza, Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV) und COVID-19.
Die Kernaufgabe des Zentrums ist es, wöchentlich Stichproben von Patient:innen mit akuten Atemwegssymptomen aus dem niedergelassenen Bereich zu sammeln und auf respiratorische Viren zu untersuchen. Wird ein respiratorischer Erreger nachgewiesen, erfolgt eine detaillierte Typisierung, auch hinsichtlich neuartiger Virusvarianten. Das ermöglicht eine präzise Einschätzung von Verbreitung, Erregertypen und Krankheitslast in der Bevölkerung. Zugleich ist das Zentrum ein wichtiger Bestandteil der langfristigen Pandemievorsorge – etwa durch die gezielte Früherkennung von neuen respiratorischen Viren, veränderten Verläufen oder veränderten Krankheitsmustern.
Neue Referenzzentrale für Abwassermonitoring
Mit 19. November 2025 hat die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) im Auftrag des BMASGPK den Betrieb der Nationalen Referenzzentrale für Abwassermonitoring aufgenommen. Die neue Referenzzentrale übernimmt die Überwachung häufig auftretender respiratorischer Erreger wie SARS-CoV-2, Influenza A und B sowie RSV. Bereits bisher wurden in Innsbruck SARS-CoV-2-Viruslasten erfasst, in Kooperation mit dem Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) Virusvarianten sequenziert und die Daten der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Mit der neuen Referenzzentrale wird nun das Erregerspektrum um Influenza A und B sowie RSV erweitert. So kann ein langfristiges, breit aufgestelltes und kosteneffizientes System zur bundesweiten Überwachung gewährleistet werden.
Qualitätssymposium Gesundheit: 7. - 8. Oktober 2025 in Wien
Unter dem Motto „Strategie trifft Praxis – Qualität im Gesundheitswesen gestalten“ fand das 2. Qualitätssymposium Gesundheit in Wien statt. Rund 250 Fachleute, Praktiker:innen und Entscheidungsträger:innen diskutierten, wie strategische Qualitätsarbeiten in der täglichen Versorgung wirksam umgesetzt werden können. Organisiert von der Abteilung VII/B/8 im Gesundheitsministerium und dem Bundesinstitut für Qualität im Gesundheitswesen, stand der Austausch zwischen Strategie und Praxis im Mittelpunkt. In sieben Sessions mit 36 Vortragenden wurden Themen wie Never Events, Kommunikation, Transparenz, Digitalisierung, sektorenübergreifende Versorgung und Qualitätsmessung
(A-IQI) beleuchtet. Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig betonte die Bedeutung von gemeinsamem Lernen und offener Kommunikation. Das Symposium zeigte eindrucksvoll, dass Dialog und Kooperation wesentliche Elemente der Qualitätsarbeit sind.
10. ÖPGK-Jubiläumskonferenz am 9. Oktober 2025 in Wien
Am 9. Oktober 2025 fand in Wien die 10. Konferenz der Österreichischen Plattform für Gesundheitskompetenz (ÖPGK) statt. Unter dem Titel „Erfolge feiern, Bilanz ziehen, Weichen stellen“ wurde das zehnjährige Jubiläum der ÖPGK gefeiert. Auf dem Programm standen Vorträge und Podiumsdiskussionen, die auf ein Jahrzehnt Gesundheitskompetenz in Österreich zurückblickten und Perspektiven für kommende Jahre skizzierten. Zudem wurden im Rahmen der Konferenz ÖPGK-Ehrenpreise für Gesundheitskompetenz in den Kategorien Forschung, Medien und Praxis verliehen. Mit diesen Auszeichnungen werden herausragende Akteur:innen gewürdigt, die tatkräftig zur Förderung der Gesundheitskompetenz beitragen.
11. Vertragsstaatenkonferenz der WHO-Tabakrahmenkonvention in Genf
Das WHO-Tabakrahmenübereinkommen (FCTC) ist ein verbindlicher völkerrechtlicher Vertrag zur Eindämmung des Tabakkonsums, dem auch Österreich angehört.
Vom 17.-22. November 2025 fand in Genf die 11. Vertragsstaatenkonferenz (Conference of the Parties, kurz COP) statt. Dabei handelt es sich um das zentrale Entscheidungsgremium der FCTC. Im Rahmen der COP11 berieten die Vertragsstaaten über gemeinsame Tabakkontrollmaßnahmen, bewerteten bisherige Fortschritte und befassten sich mit neuen Herausforderungen wie beispielsweise Elektronischen Zigaretten und anderen Nikotinprodukten. Außerdem wurden Leitlinien für die zukünftige Tabakkontrollpolitik erarbeitet und in weiterer Folge auch beschlossen.
Die österreichische Delegation wurde von Mag. Alice Schogger, Leiterin der ressortübergreifend für die Koordinierung von Tabakangelegenheiten federführend zuständigen Fachabteilung VI/A/5, angeführt. Neben weiteren Vertreter:innen des BMASGPK waren das BMF (Bundesministerium für Finanzen), Bereich Betrugsbekämpfung, sowie die ÖV Genf vor Ort vertreten.
Die COP11 diskutierte bestehende sowie zukünftige Tabakkontrollmaßnahmen und ermutigte die Vertragsparteien, rechtliche Schritte zur Haftung der Tabakindustrie zu prüfen. Zudem wurden Beschlüsse zu Umwelt- und Abfallaspekten von Tabak- und Nikotinprodukten im gesundheitlichen Kontext gefasst. Ambitionierte Maßnahmen wie ein Verbot von Kunststofffiltern fanden jedoch keine Mehrheit. Neue Nikotin- und Tabakprodukte wurden ebenfalls diskutiert und werden Thema der in zwei Jahren stattfindenden COP12 sein.