Mitteilungen für das öffentliche Gesundheitswesen
Die Mitteilungen für das öffentliche Gesundheitswesen (kurz: Public Health Newsletter) liefern quartalsweise eine breite Palette an wichtigen und interessanten Informationen des öffentlichen Gesundheitswesens.
Untenstehend finden Sie die Beiträge für das 3. Quartal 2026
Preisveröffentlichung
Die Höchstpreise laut Preisgesetz (BGBl. Nr. 145/1992) werden laufend auf der Website des BMASGPK verlautbart.
Sammlung und Analyse von Daten antifungaler Resistenzen von Hefepilzen aus klinisch relevantem Untersuchungsmaterial 2025
Angesichts der begrenzten Zahl verfügbarer Antimykotika kommt der kontinuierlichen Überwachung von Resistenzentwicklungen bei Pilzen besondere Bedeutung zu. Das US-amerikanische Centers for Disease Control and Prevention (CDC) stuft, wie auch die WHO, resistente Candida-Arten als ernstzunehmende Bedrohung für die öffentliche Gesundheit ein. Vor diesem Hintergrund werden auch in Österreich Daten zur Empfindlichkeit von Candida spp. aus klinischen Untersuchungsmaterialien systematisch erhoben und analysiert. Im aktuellen Bericht werden zudem erstmals Daten zum Vorkommen von Candidozyma auris (früher Candida auris) in Österreich vorgestellt.
Sammlung und Analyse von Daten antifungaler Resistenzen von Schimmelpilzen aus klinisch relevantem Untersuchungsmaterial 2025
Schimmelpilze stellen insbesondere für Personen mit geschwächtem Immunsystem ein gesundheitliches Risiko dar und können schwer behandelbare invasive Infektionen verursachen. Auch das Auftreten von Ausbrüchen in Krankenhäusern ist beschrieben. Das Projekt widmet sich der österreichweiten Erhebung und Analyse von Resistenzdaten bei Schimmelpilzen. Ziel ist es, die aktuelle epidemiologische Situation sowie die Resistenzraten gegenüber Antimykotika darzustellen.
Jahresbericht Gesundheitsberuferegister 2025
Seit Juli 2018 werden alle Angehörigen der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe (GuK-Berufe), der medizinisch-therapeutisch-diagnostischen Gesundheitsberufe (MTD-Berufe) sowie (seit Juli 2022) der Operationstechnischen Assistenz (OTA) im elektronischen Gesundheitsberuferegister (GBR) erfasst. Das Register enthält Informationen über die Berufsberechtigung der einzelnen Berufsangehörigen und ist für alle Interessierten öffentlich einsehbar. Der vorliegende Gesundheitsberuferegister-Jahresbericht 2025 enthält systematische Detailanalysen der registrierten Berufsgruppen, wobei der vorliegende Jahresbericht eine zusätzliche Schwerpunktanalyse zu ausländischen Erstqualifikationen enthält, sowie Informationen zu den behördlichen Tätigkeiten und zur Registerführung. Begleitend zum GBR-Jahresbericht 2025 wurde ein darauf basierendes Factsheet in deutscher und englischer Sprache sowie ein Tabellenband im Excel-Format veröffentlicht.
Qualitätsstandard Organisation und Strategie der Krankenhaushygiene
Gesundheitssystemassoziierte Infektionen sowie die Zunahme antimikrobieller Resistenzen stellen eine wesentliche Herausforderung für das Gesundheitswesen dar. Eine wirksam organisierte Krankenhaushygiene trägt maßgeblich dazu bei, Infektionen zu vermeiden, die Sicherheit von Patient:innen sowie Beschäftigten zu erhöhen und die Versorgungsqualität nachhaltig zu verbessern. Der aktualisierte Qualitätsstandard definiert bundesweite Mindestanforderungen für den Aufbau, die Organisation und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Krankenhaushygiene in österreichischen Krankenanstalten.
Informationen zum QS Organisation und Strategie der Krankenhaushygiene
Qualitätsstandard Patient Blood Management
Patient Blood Management (PBM) ist ein interdisziplinäres Behandlungskonzept, das den gesamten Versorgungsprozess von der präoperativen Vorbereitung über die intraoperative Behandlung bis zur postoperativen Betreuung umfasst. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Vermeidung und Behandlung von Anämien, zur Reduktion von Blutverlusten sowie zur sorgfältigen Indikationsstellung für Bluttransfusionen. Der Qualitätsstandard Patient Blood Management definiert bundesweite Empfehlungen für eine evidenzbasierte Versorgung von Patient:innen mit geplanten blutungsriskanten Eingriffen. Er unterstützt die Erhöhung der Patient:innensicherheit und der Versorgungsqualität. Eine wesentliche Neuerung der aktualisierten Version ist die Ausweitung des Anwendungsbereichs auf die Schwangerschaft und Geburt.
Informationen zum QS Patient Blood Management
Übersicht über alle Qualitätsstandards
Mindestanforderungen an Qualitätsmanagementsysteme im Gesundheitswesen 2.0
Die Mindestanforderungen an Qualitätsmanagementsysteme im Gesundheitswesen bilden die Grundlage für die gesetzlich verpflichtende Qualitätsberichterstattung sowie einen Orientierungsrahmen für alle Gesundheitsdiensteanbieter:innen. Neben den sechs Grundelementen der Mindestanforderungen werden nunmehr auch die übergreifenden Prinzipien eines Qualitätsmanagementsystems angeführt, die in allen Versorgungsbereichen relevant sind und den grundlegenden Rahmen bilden.
Informationen zu den Mindestanforderungen an Qualitätsmanagementsysteme im Gesundheitswesen 2.0
Jahresbericht zur Patient:innensicherheit zum Berichtjahr 2025
Der aktuelle Bericht zur Patient:innensicherheit zeigt die wichtigsten Maßnahmen in diesem Themenbereich für 2025 auf und belegt, dass Patient:innensicherheit in Österreich durch eine Vielzahl koordinierter Maßnahmen auf strategischer, struktureller und operativer Ebene weiter gestärkt wurde. Innovative Ansätze in der Primärversorgung, der psychischen Gesundheit und im Bereich Klima und Gesundheit verdeutlichen die zunehmende Breite sicherheitsrelevanter Maßnahmen. Insgesamt zeigt sich, dass Patient:innensicherheit zunehmend als integraler Bestandteil von Versorgungsqualität verstanden und durch strategische Steuerung, interprofessionelle Zusammenarbeit und evidenzbasierte Maßnahmen nachhaltig weiterentwickelt wird.
Informationen zu den Jahresberichten zur Sicherheit von Patient:innen
Salmonellen
Bericht der Nationalen Referenzzentrale für das Jahr 2025
Seit 2002 ist ein Rückgang von mehr als 75% Fälle zu verzeichnen. Der Abfall der humanen Salmonellose-Fälle war vor allem durch den deutlich selteneren Nachweis von S. Enteritidis bedingt. Dies beruht zum einen auf der Umsetzung des Zoonosengesetzes (epidemiologische und mikrobiologische Abklärung von lebensmittelbedingten Ausbrüchen), zum anderen auf Maßnahmen im Legehennenbereich.
NRZ Salmonellen Jahresbericht 2025 (PDF, 417 KB)
Yersinien
Bericht der Nationalen Referenzzentrale für das Jahr 2025
Die Inzidenz der durch die Referenzzentrale bestätigten Yersiniose-Fällen lag im Jahr 2025 bei 0,97 Fälle pro 100.000 Einwohner:innen (2024: 1.07; 2023: 1,09; 2022: 1,18; 2021: 1,17; 2020: 1,04). Yersiniose ist damit, im Vergleich zu anderen Durchfall-Erkrankungen, wie z.B. Campylobacteriosen und Salmonellosen, in Österreich eine nach wie vor selten vorkommende Erkrankung.
NRZ Yersinien Jahresbericht 2025 (PDF, 325 KB)
Gonokokken
Bericht der Nationalen Referenzzentrale für das Jahr 2025
Im Jahr 2023 wurden in 28 Ländern der Europäischen Union/Europäischen Wirtschaftsraum 96.969 bestätigte Fälle von Gonorrhoe gemeldet (25 Fälle pro 100.000 Einwohner:innen). Das entspricht einem Anstieg der Melderate um 31 % im Vergleich zu 2022. Besonders betroffen waren Männer im Alter von 25 bis 34 Jahren (131 Fälle pro 100.000) und Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren (72 Fälle pro 100.000). Eine besondere Risikogruppe stellen Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) dar. Im Jahr 2025 konnte ein XDR Isolat (Extensively drug-resistant, XDR) in Österreich identifiziert werden.
NRZ Gonokokken Jahresbericht 2025 (PDF, 433 KB)
E.coli
Bericht der Nationalen Referenzzentrale für das Jahr 2025
Im Jahr 2025 wurden an der Nationalen Referenzzentrale für Escherichia (E.) coli einschließlich Verotoxin-bildender E. coli (VTEC) insgesamt 2491 Proben untersucht, davon 2343 humane Proben, 132 Lebensmittelproben und 16 Ringversuchsproben. Im Jahr 2025 wurden 984 Erkrankungs- und 3 Todesfälle gemeldet. Als postinfektiöse Komplikation trat in 12 Fällen ein hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) auf. Im Jahr 2024 wurden in Österreich 3 VTEC-Ausbrüche gemeldet, und zusätzlich 12 Familienausbrüche mit jeweils 2 bis 3 Fällen pro Cluster registriert.
Listeriose
Bericht der Nationalen Referenzzentrale für das Jahr 2025
Im Jahr 2025 wurden in Österreich von der nationalen Referenzzentrale 27 humane Fälle invasiver Listeriose identifiziert (2024: 44 Fälle). Mit einer Inzidenz von 0,35/100.000 Einwohner:innen war die Häufigkeit der invasiven Listeriose in Österreich etwas niedriger als im Vorjahr (2024: 0,48/100.000 Einwohner:innen). Im Jahr 2025 wurden in Österreich fünf Todesfälle im Zusammenhang mit einer Listeriose dokumentiert.
Vektoren und Vektorenassoziierte Pathogene
Bericht der Nationalen Referenzzentrale für das Jahr 2025
Im Jahr 2024 wurde an der AGES ein umfassendes Vektoren-Monitoringprogramm im Rahmen von mehreren EU – Projekten etabliert. Im September 2025 wurde die AGES zur Referenzzentrale für Vektoren und Vektorassoziierte Pathogene von Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz benannt und die Vektorenüberwachung in den Leistungsumfang der Referenzzentrale aufgenommen.