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Hantavirus

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zum Hantavirus.

Aktuell: Ausbruch Andes-Virus, Erweiterung der bestehenden Anzeigepflicht für Hantavirusinfektionen

Wie bereits medial berichtet, wurde am 02.05.2026 durch die Niederlande der Ausbruch einer unbekannten Krankheit mit respiratorischen Symptomen an Bord eines unter niederländischer Flagge fahrenden Kreuzfahrtschiffs im Südatlantik gemeldet. Am 05.05.2026 wurde der Nachweis von Hantavirus in einer Probe eines in Südafrika hospitalisierten Patienten gemeldet, mittlerweile konnte in Proben mehrerer Fälle Andes‑Virus (ANDV, Spezies aus der Gruppe der Hantaviren) nachgewiesen werden. ANDV ist das einzige Hantavirus, bei dem bisher eine Mensch zu Mensch Übertragung beschrieben wurde. Eine solche Übertragung gilt jedoch als selten und erfordert in der Regel einen engen oder längeren Kontakt mit einer infizierten Person. 
Eine aktuelle Übersicht über das internationale Ausbruchsgeschehen und die internationalen Fallzahlen finden Sie auf der Homepage des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (European Centre for Disease Prevention and Control – ECDC) unter folgendem Link https://www.ecdc.europa.eu/en/infectious-disease-topics/hantavirus-infection/surveillance-and-updates/andes-hantavirus-outbreak.

Obwohl sich nach aktuellen Informationen keine Österreicher:innen an Bord des Schiffes befanden bzw. befinden und das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in Europa durch das ECDC als sehr gering eingeschätzt wird, kann nicht ausgeschlossen werden, dass es durch geplante bzw. bereits erfolgte Evakuierungen oder reguläre Abreisen zu Folgefällen bzw. potentiell infektiösen Kontakten kommt, die keinen unmittelbaren Zusammenhang zum betroffenen Schiff aufweisen. So wurde aus der Schweiz bereits die bestätigte Infektion eines Passagiers gemeldet, der vor Bekanntwerden des Ausbruchs regulär von Bord gegangen und mit Linienflügen in die Schweiz zurückgekehrt war.

  • Aus diesem Anlass wurde die bereits bestehende Meldepflicht für Hantavirus-Erkrankungs- und -Todesfälle per Verordnung der Frau Bundesministerin mit Inkrafttreten am 09.05.2026 vorsorglich auf Verdachtsfälle von Mensch-zu-Mensch übertragbaren Hantavirus-Infektionen erweitert. (siehe BGBl. II Nr. 114/2026)

Das BMASGPK hat vorläufige Empfehlungen für Gesundheitsbehörden zum Umgang mit Mensch zu Mensch übertragbaren Hantavirus-Infektionen bereitgestellt:

Die getroffenen Maßnahmen dienen der bestmöglichen Vorbereitung des öffentlichen Gesundheitsdienstes auf das nach wie vor wenig wahrscheinliche Auftreten von (Verdachts-)Fällen von Andes-Virus-Infektionen in Österreich: Nach aktuellem Wissensstand sind bzw. waren weder österreichische Staatsbürger:innen an Bord des betroffenen Schiffes, noch sind enge Kontaktpersonen mit Bezug zu Österreich bekannt. Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in der EU wird weiterhin als sehr gering einschätzt.

(Stand 09.05.2026, 12:00)

Hinweis

Bitte beachten Sie, dass es sich um eine sich aktuell entwickelnde Situation handelt. Diverse internationale Stellen sind involviert und es kommt laufend zu Updates. Aktuelle Informationen zur internationalen Lage in Bezug auf das Ereignis und weiterführende Informationen erhalten Sie über das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (European Centre for Disease Prevention and Control - ECDC): www.ecdc.europa.eu/en/hantavirus-infection

Erreger und Übertragung

Hantaviren sind Erreger sogenannter viraler hämorrhagischer Fieber. Es gibt eine Vielzahl von Hantavirus-Typen, die sich vor allem in der geographischen Verbreitung und im Krankheitsbild unterscheiden. Sie sind nach dem Ort des ersten Ausbruchs am Grenzfluss Hantaan benannt, wo während des Koreakriegs (1950 bis 1953) mehr als 3.000 Soldaten schwer erkrankten. Die Übertragung auf den Menschen findet durch infizierte Nagetiere wie z.B. Mäuse oder Ratten statt. Diese scheiden das Virus über Speichel, Urin und Kot aus. Eine Ansteckung kann durch Nagetierbisse, direkten Kontakt mit Nagern oder deren Ausscheidungen sowie durch das Einatmen von mit den Ausscheidungen vermischtem Staub erfolgen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bisher nur bei Andes-Virus, einer in Südamerika endemisch vorkommenden Spezies aus der Gattung der Hantaviren, beschrieben.

Krankheitsbild

Die Infektion verläuft in der Mehrheit der Fälle unbemerkt. Der Zeitraum zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden ist unterschiedlich und beträgt in der Regel ein bis fünf Wochen. Treten Krankheitszeichen auf, sind in Abhängigkeit vom Virus-Typ verschieden schwere Krankheitsbilder bis hin zu fieberhaften Verläufen mit massiver Blutungsneigung (hämorrhagisches Fieber) möglich.

Die Erkrankung beginnt meist mit plötzlich einsetzendem hohem Fieber, das über drei bis vier Tage anhält. Es wird von unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen wie Kopf-, Bauch- und Muskelschmerzen begleitet. Die in Europa und Asien vorkommenden Hantavirus-Typen können zu einem hämorrhagischen Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) führen, bei dem es zu Nierenfunktionsstörungen bis hin zu akutem Nierenversagen kommen kann.

Bei HFRS nehmen ein bis 15 Prozent der Fälle einen tödlichen Verlauf. Die in Nord- und Südamerika existierenden Virus-Typen können das hämorrhagische Fieber mit pulmonalem Syndrom (HCPS oder HPS), Lungenödemen und akutem Lungenversagen als mögliche Komplikationen verursachen. Zwischen 30 und 50 Prozent dieser Fälle enden mit dem Tod der Betroffenen. Wirksame Medikamente gegen Hantaviren gibt es nicht, die Therapie bleibt auf die Linderung der Symptome beschränkt.

Verbreitung und Häufigkeit

Hantaviren kommen weltweit vor. Auch in Österreich ist die Rötelmaus als bedeutendes Wirtstier verbreitet. Es können also prinzipiell in allen Bundesländern Fälle von Hantavirus-Infektionen vorkommen. Schwere Krankheitsverläufe mit lebensbedrohlichen Blutungen sind aber in Österreich äußerst selten.

Vorbeugung

Gegen Hantaviren steht derzeit keine zugelassene Impfung zur Verfügung. Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung besteht darin, den Kontakt zu Nagetieren und deren Ausscheidungen zu vermeiden. Im Umfeld menschlicher Wohnbereiche (insbesondere Keller, Dachböden, Schuppen etc.) sollten Mäuse und Ratten intensiv bekämpft und die allgemeinen Hygienemaßnahmen eingehalten werden.

Beim Umgang mit toten Nagetieren oder beim Aufenthalt in von Mäusen verunreinigten Räumen sollten bestimmte Schutzmaßnahmen wie Handschuhe oder bei zu erwartender Staubentwicklung Atemschutzmasken verwendet werden.

Zusatzinformationen

Fachinformation

Letzte Aktualisierung: 13. Mai 2026