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Public-Private-Partnership Gemäß dem Regierungsprogramm 2025–2029 prüft das Sozialministerium die Etablierung von Public-Private-Partnership-Modellen und will neue Ansätze wie Partnerschaften mit Stiftungen im kleinen Rahmen erproben. 

Auch in Österreich bleibt Armut trotz vielfältiger Programme ein strukturelles und generationenübergreifendes Problem, das insbesondere Kinder, Jugendliche und ihre Familien betrifft. Ziel einer Public-Private-Partnership ist es daher, bestehende Maßnahmen der Armutsbekämpfung gezielt zu ergänzen und zusätzliche Ressourcen für den unter Finanzierungsdruck stehenden Sozialsektor zu mobilisieren.

Public-Private-Partnership zur Armutsbekämpfung und -prävention bei Kindern und Jugendlichen

Unter einer Public-Private-Partnership verstehen wir eine Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Stiftungen zur gemeinsamen Finanzierung und Unterstützung von Projekten von Sozialorganisationen im Bereich der Armutsbekämpfung und -prävention, mit besonderem Fokus auf Kinder und Jugendliche. Dazu plant das Sozialministerium einen Innovationsprozess mit Stiftungen und Sozialorganisationen, um zu prüfen, wie finanzielle und fachliche Ressourcen gebündelt und wirksame Projekte gefördert, weiterentwickelt und nachhaltig verankert werden können.

Die Public-Private-Partnership soll:

  • wirkungsvolle Projekte im Bereich Armutsbekämpfung und -prävention bei Kindern und Jugendlichen fördern, weiterentwickeln und nachhaltig verankern,
  • langfristig Lücken im Bereich Armutsbekämpfung und -prävention bei Kindern und Jugendlichen adressieren,
  • die Relevanz der gemeinsam von öffentlicher Hand, Stiftungen und Sozialorganisationen erzielten Beiträge zur Armutsbekämpfung und -prävention stärken.

Der Innovationsprozess zur Entwicklung der Public-Private-Partnership gliedert sich in 3 Schritte:

Die Abbildung zeigt den zeitlichen Ablauf des Innovationsprozesses

Nach Abschluss des Innovationsprozesses und nach Genehmigung von 1-2 Konzepten, ist geplant, mit der Umsetzung zu starten.

Bedürfnislandkarte für Public-Private-Partnerships

Die Bedürfnislandkarte bündelt die Perspektiven zentraler Stakeholdergruppen auf die Ausgestaltung von Public-Private-Partnerships (PPP). Berücksichtigt wurden die Sichtweisen von Stiftungen, Sozialorganisationen, Vertreter:innen des Sozialministeriums sowie weiteren Sozial- und Finanzierungsexpert:innen.

Die Erhebung wurde von der Abteilung V/B/5 – Soziale Innovationen mit Unterstützung von wirkt. zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 durchgeführt. Grundlage waren qualitative Interviews sowie eine groß angelegte Online-Befragung.

Zentrale Erkenntnisse

PPP-Modelle bieten Potenzial:

  • Synergien aus komplementären Rollen der Stakeholdergruppen zu nutzen
  • sich auf Projekte, die an sozialpolitischen Lücken wirken, zu fokussieren
  • langfristige Verstetigung von Projekten im staatlichen Regelsystem mitzudenken
  • mehr bzw. ungenutzte finanzielle und fachliche Ressourcen zu mobilisieren.

Gleichzeitig wurden mehrere Herausforderungen identifiziert:

  • hoher zeitlicher und finanzieller Aufwand beim Aufbau einer Partnerschaft
  • Bedenken hinsichtlich möglicher Einflussnahme privater Geldgeber:innen auf staatliche Zielsetzungen
  • Innovation als Selbstzweck ohne klaren gesellschaftlichen Mehrwert
  • Schwierigkeiten bei der Definition und Abstimmung gemeinsamer Erfolgsindikatoren

Für das Gelingen einer Public-Private-Partnership wurden folgende Faktoren als besonders wichtig genannt:

  • Partnerschaft auf Augenhöhe
  • klare Rollen- und Zuständigkeitsverteilung
  • konsequente Wirkungsorientierung
  • Offenheit
  • Kompromissbereitschaft
  • ausreichendes Finanzierungsvolumen
  • langfristige Perspektive,
  • faire Verteilung von Risiken
  • Mut für neue Herangehensweisen

Sozialorganisationen wünschen sich insbesondere:

  • eine mehrjährige Laufzeit von drei bis fünf Jahren
  • eine verlässliche Basisfinanzierung statt ausschließlich projektbezogener Förderung
  • vollständige Abdeckung der tatsächlichen Kosten
  • schlanke und vereinfachte Verwaltungsprozesse
  • eine regelmäßige Valorisierung der Finanzmittel
  • eine inhaltliche Schwerpunktsetzung durch das BMASGPK.

Aus Sicht der Sozialorganisationen sollten folgende Aspekte nicht Teil einer PPP sein:

  • reine Projektförderungen ohne Perspektive auf langfristige Verstetigung
  • permanenter Innovationsdruck
  • Wettbewerbslogiken und Marktdruck im sozialen Bereich
  • finanzielle Eintrittshürden wie Vorleistungen oder verpflichtende Eigenmittel.

Erhebungsmethoden der Bedürfnisse

  • Zeitraum: Dezember 2025 – Februar 2026
  • N = 15 Interviews
  • Stakeholder: 6 Stiftungen, 4 Vertreter:innen der Verwaltung, 3 Sozialorganisationen, 2 zusätzliche fachliche Expert:innen

  • Zeitraum: Jänner 2026
  • Zielgruppe: 142 Personen aus Sozialorganisationen in Österreich
    • Kleine: 17%
    • Mittlere: 47 %
    • Große: 36 %
  • Verteiler der Umfrage:
    • SENA, BAWO (Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe), Arbeitersamariterbund, Armutskonferenz, Bündnis Gemeinnützigkeit, WU, BAG (Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt) bestehend aus Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz, Volkshilfe)

 

Die Entwicklung der PPP findet im Rahmen von drei Workshops statt:

Die Abbildung zeigt die einzelnen Workshops und deren Ziele
*Es wurde sichergestellt, dass kleine und große Sozialorganisationen abgedeckt sind. Sie setzen sich dabei aus Sozialorganisationen der Programme „Wirksam Wachsen“ und „Wirksam Werden“ sowie weiteren zusätzlichen Organisationen zusammen.

Der Prozess wird von wirkt. begleitet. 

wirkt. gestaltet und begleitet partizipative Innovationsprozesse und seit 2021 haben schon über 700 Personen bei ihren Innovationsprozessen mitgewirkt. wirkt. begleitet den Prozess bis Ende März 2026 und ist nicht bei der Ausarbeitung der konkreten PPP-Vorhaben involviert.

Für Rückfragen können Sie sich an folgende Mailadresse wenden: V5@sozialministerium.gv.at

Letzte Aktualisierung: 13. Juli 2026