ÖIHS - Österreichische Interdisziplinäre Hochaltrigenstudie
Hier finden Sie nähere Informationen zur "Österreichischen Interdisziplinären Hochaltrigenstudie".
Im Rahmen der ÖIHS (Österreichischen Interdisziplinären Hochaltrigenstudie) wird die Gesundheits-, Lebens- und Betreuungssituation von Menschen über 80 als einer demographisch wie auch sozial- und gesundheitspolitisch hoch relevanten Bevölkerungsgruppe untersucht.
Die StudienteilnehmerInnen werden dabei auf dem Wege persönlicher, fragebogengestützter Interviews befragt und einem geriatrischen Assessment unterzogen. Die ÖIHS berücksichtigt sowohl selbständig in Privathaushalten lebende Personen (inkl. Seniorenresidenzen und betreute Wohnformen) als auch in Pflegeheimen lebende Personen.
Ergänzend sieht die Studie auch einen qualitativen Forschungszugang vor, um verstärkt auch subjektive Sichtweisen und Deutungen der TeilnehmerInnen zu erfassen und so vertiefende Einblicke in die Gesundheits- und Lebenssituation hochaltriger Frauen und Männer zu gewinnen.
Im Rahmen einer Pilotstudie und ersten Erhebungswelle der ÖIHS 2013-2014 wurden insgesamt 410 Personen im Alter von 80 bis 85 Jahren in Wien und der Steiermark untersucht.
Phase I:
2015-2018 wurde die zweite Erhebungswelle der Studie durchgeführt. Dabei wurde die Stichprobe der Ersterhebung in Wien und der Steiermark im Panel weiterverfolgt. Mit Niederösterreich wurde ein drittes Bundesland in die Studie aufgenommen, in dem eine erste Querschnitterhebung durchgeführt wurde (n=200).
Phase II - Endberichte:
- Panelerhebung Wien & Steiermark
- Ersterhebung Niederösterreich
- Qualitative Fokusstudie: „Individuelle und soziale Potenziale für ein ‚gutes Leben‘ im hohen Alter“
Welle III - Berichte:
- Österreichische Interdisziplinäre Hochaltrigenstudie Welle III (2019-2022) und
- Fokusstudie - Die Covid-19 Pandemie im subjektiven Erleben hochaltriger Menschen in Österreich
Der Bericht der ÖIHS III gliedert sich in einen umfassenden quantitativen Hauptbericht und eine Fokusstudie und basiert auf der bisher größten ÖIHS Querschnittsstichprobe in der Bevölkerungsgruppe 80+ in den Bundesländern Steiermark, Niederösterreich, Salzburg und Wien.
Die Auswertung und Gliederung des ÖIHS III Berichts ist an den großen Themen und praktischen Fragestellungen der Gerontologie und Geriatrie und - noch mehr als bisher bereits - vor allem an den relevanten Herausforderungen des hohen Alters für die Betroffenen selbst ausgerichtet.
In diesem Sinne titelt der Hauptbericht auch „Die Herausforderungen des hohen Alters“. Auch erste längsschnittliche Befunde - die in künftigen ÖIHS Wellen noch deutlich mehr an Gewicht und Aussagekraft bekommen werden - können in der ÖIHS III bereits angedeutet werden.
Die Fokusstudie der ÖIHS III widmet sich - die besonderen Umstände der Erhebungsphase III reflektierend - der „Covid-19 Pandemie im subjektiven Erleben hochaltriger Menschen in Österreich“ und in diesem Zusammenhang auch der Bedeutung von Resilienz im hohen Lebensalter.
Welle IV - Endberichte:
- Österreichische Interdisziplinäre Hochaltrigenstudie - Welle IV (2023-2025) und
- Fokusstudie: "Altersbilder, Altersdiskriminierung und Gewalterfahrungen im hohen Alter"
Der vorliegende Bericht dokumentiert die aktuelle, vierte Erhebungswelle. Erstmals steht eine größere gemeinsame Stichprobe aus sechs Bundesländern (Wien, Niederösterreich, Steiermark, Salzburg, Tirol und Kärnten) zur Verfügung.
Die ÖIHS liefert abermals ein breites Bild der Lebenssituation der österreichischen Bevölkerung 80+, die Kernergebnisse
- zeigen die hohe Heterogenität des Alters,
- identifizieren Frailty als Schlüsselindikator für Gesundheit und Mortalität,
- verdeutlichen die hohe Prävalenz kognitiver Einschränkungen,
- zeigen für den Bereich der psychischen Gesundheit eine moderate Depressionsprävalenz sowie eine hohe Lebenszufriedenheit,
- deuten auf eine deutlich seltenere Prävalenz von Einsamkeit hin als bisher angenommen,
- zeigen, dass etwa ein Drittel der befragten Personen Unterstützung in der Bewältigung des Alltags benötigt und
- zeigen die Akkumulation sozialer Ungleichheit bis ins hohe Alter.
Die ebenfalls durchgeführte Fokusstudie zum Thema Altersbilder, Altersdiskriminierung und Gewalterfahrungen im hohen Alter
- zeigt durchaus ambivalente Altersbilder,
- zeigt eine starke Divergenz betreffend die objektive und subjektive Wahrnehmung von Altersdiskriminierung,
- zeigt wenig Erfahrung mit „direkter“ Diskriminierung, eher mit struktureller Diskriminierung,
- verdeutlicht das Problem der digitalen Exklusion,
- zeigt, dass keine:r der Befragten über Gewalterfahrungen berichtet und
- weist auf eine Relativierung, Bagatellisierung sowie Nichtbenennung von Gewalt und Diskriminierung hin.
Linktipp:
Österreichische Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen (ÖPIA)