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BMASGPK und AGES warnen vor manipulierter Babynahrung

Handlungsempfehlungen für Eltern und Betreuungspersonen

Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) rät gemeinsam mit der AGES zu erhöhter Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit dem Erpressungsfall der Firma HiPP. Nach derzeitigem Wissensstand wurde ein Gemüsegläschen "Karotte mit Kartoffel 190 Gramm" in Österreich mit Rattengift versetzt. Ein zweites könnte sich noch im Umlauf befinden. Es handelt sich um eine externe kriminelle Manipulation. Die Produktions-, Qualitäts- und Kontrollprozesse des Unternehmens sind nicht berührt.

Das BMASGPK und die AGES stehen landesweit in engem Austausch mit den Behörden. Derzeit laufen internationale Ermittlungen, auch die Möglichkeit von Nachahmungstäter:innen kann nicht ausgeschlossen werden.

Handlungsempfehlungen für Eltern und Betreuungspersonen

  • Achten Sie auf das "Knack-Geräusch" beim Öffnen.
  • Überprüfen Sie die Gläschen vor dem Verzehr sorgfältig auf Aussehen (weißer Aufkleber mit rotem Kreis am Glasboden, beschädigter Deckel).
  • Überprüfen Sie den Inhalt auf Geruch (riecht es "ungewöhnlich" oder verdorben).

Wichtiger Hinweis

Die Symptome treten typischerweise verzögert, etwa erst 2–5 Tage nach der Aufnahme ein.

Gesundheitliche Risiken

Rattengifte enthalten unterschiedliche Wirkstoffe mit entsprechend unterschiedlichen gesundheitlichen Auswirkungen. Der am häufigsten verwendete Wirkstoff ist Bromadiolon, ein sogenannter Vitamin-K-Antagonist. Dieser hemmt die Wirkung von Vitamin K, das für die Blutgerinnung erforderlich ist. Infolge dessen kann es zu einer verminderten Gerinnungsfähigkeit des Blutes kommen. 

Welche Symptome können auftreten?

  • Bei Auftreten von Blutungen, extremer Schwäche oder Blässe ist umgehend eine Ärztin oder ein Arzt aufzusuchen.
  • Informieren Sie medizinisches Personal unbedingt darüber, dass das betroffene Produkt verzehrt wurde.

Falls Ihnen verdächtige Gläschen an Säuglingsnahrung auffallen, verständigen Sie bitte umgehend die regional zuständige Polizeiinspektion.

Mehr Informationen

Aktuelle Informationen und Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie auf der Website der AGES.

Eltern, die Fragen haben oder bei ihrem Kind gesundheitliche Auffälligkeiten bemerken, können sich an die telefonische Gesundheitsberatung unter 1450 wenden. Dort erhalten sie rund um die Uhr medizinische Einschätzung und Empfehlungen zum weiteren Vorgehen.

In akuten Notfällen wenden Sie sich bitte an folgende Notrufnummern:

  • Vergiftungsinformationszentrale - Notruf rund um die Uhr: 01 406 43 43
  • Rettung 144
  • Ärztefunkdienst 141
  • Euro-Notruf 112
Letzte Aktualisierung: 23. April 2026