Arbeiten bei Hitze: Neue Regeln sollen Beschäftigte besser schützen
Mehr Schutz bei hohen Temperaturen – Neue Verordnung stärkt Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz
Steigende Temperaturen und häufigere Hitzewellen verändern die Arbeitswelt zunehmend. Immer mehr Menschen arbeiten unter hoher Hitzebelastung – im Freien ebenso wie in Innenräumen. Besonders betroffen sind Beschäftigte in körperlich belastenden Bereichen wie Bau, Pflege, Landwirtschaft, Rettungswesen oder Transport.
Ein neuer Grundlagenbericht der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) zeigt: Der Klimawandel ist bereits heute eine erhebliche Belastung für Arbeitnehmer:innen in Österreich. Hitze wirkt sich nicht nur auf die Gesundheit aus, sondern beeinträchtigt auch Konzentration, Leistungsfähigkeit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Neben hohen Temperaturen nehmen auch Belastungen durch UV-Strahlung, Luftschadstoffe und Extremwetterereignisse zu.
Hitze belastet Gesundheit und Alltag
Die Auswirkungen sind bereits deutlich spürbar: Laut aktuellen Erhebungen berichteten im Hitzesommer 2024 rund 85 Prozent der Bevölkerung von zumindest einer hitzebedingten gesundheitlichen Belastung. Jede zweite Person gab an, durch die Hitze weniger leistungsfähig zu sein, mehr als ein Drittel berichtete von Konzentrationsproblemen. Besonders häufig genannt wurden außerdem schlechter Schlaf, körperliche Beschwerden und psychische Belastungen.
Auch Sommer ohne Rekordtemperaturen führen zu Belastungen: Im Sommer 2025 berichteten fast zwei Drittel der Bevölkerung über gesundheitliche Folgen der Hitze, darunter Unwohlsein, Unruhe oder Schlafprobleme.
Klimawandel verändert die Arbeitswelt
Der Bericht zeigt zudem, dass sich die Zahl der Hitzetage in Österreich im Vergleich zur Klimaperiode 1961–1990 bereits verdreifacht hat. Besonders belastet sind Menschen, die im Freien oder körperlich schwer arbeiten. Studien aus Deutschland und der Schweiz weisen darauf hin, dass die Zahl der Arbeitsunfälle bei Temperaturen über 30 Grad Celsius um rund sieben Prozent steigt.
Neben gesundheitlichen Folgen entstehen auch wirtschaftliche Auswirkungen: Laut Analysen gingen 2024 in Österreich durch Hitze rund 12,8 Millionen potenzielle Arbeitsstunden verloren – etwa die Hälfte davon in der Baubranche.
Neue Hitzeschutzverordnung seit Jahresanfang
Mit der neuen Hitzeschutzverordnung wird – ergänzend zu den bisherigen Regelungen – erstmals ein eigener rechtlicher Rahmen zum Schutz von Arbeitnehmer:innen im Freien bei Hitze geschaffen. Vorgesehen ist unter anderem ein Maßnahmenprogramm mit Schutzmaßnahmen wie z.B. Beschattung, Arbeitszeitverlagerungen und ausreichend Trinkwasser, das ab Hitzewarnstufe 2 (ab 30 Grad Celsius) umzusetzen ist. Auch Kühlung von Krankabinen und Arbeitsmitteln sind betroffen. Die Verordnung trat mit 1. Jänner 2026 in Kraft.
"Menschen, die bei Hitze arbeiten – ob am Bau, im Rettungsdienst, in der Pflege, in der Logistik oder im öffentlichen Verkehr – leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft. Gerade deshalb ist es unsere Verantwortung, sie bestmöglich zu schützen. Mit der neuen Hitzeschutzverordnung schaffen wir erstmals verbindliche Regeln für mehr Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz." – Bundesministerin Korinna Schumann
Mehr Informationen
Weitere Informationen zum Thema Hitze finden Sie auf unserer Website im Bereich "Gesundheit: Hitze" und auf der Website www.arbeitsinspektion.gv.at.
Der Grundlagenbericht "Klimawandel und Gesundheit am Arbeitsplatz" sowie weitere Factsheets der Gesundheit Österreich GmbH stehen auf der Website der GÖG zum Download zur Verfügung.