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Zeichnung zur Kindheit auf der Baumgartner Höhe

Zeichnung zur Kindheit auf der Baumgartner Höhe

„Sonst lasse ich das immer drinnen im Körper.“

So erklärt Anna Magdalena („Magda“) Weiss, warum sie vor rund 20 Jahren begann, sich künstlerisch mit der Gewalt auseinanderzusetzen, die sie als Kind und Jugendliche erlebt hatte.

Magda Weiss wurde Ende der 1960er Jahre geboren und wuchs in den Pavillons 15 und 17 des Psychiatrischen Krankenhauses auf der Baumgartner Höhe in Wien („Am Steinhof“) auf. Das waren die gleichen Pavillons, in denen während der NS-Herrschaft medizinisches Personal Kinder mit Behinderungen quälte, in medizinischen Experimenten missbrauchte und ermordete. NS-Ärzte wie Heinrich Gross arbeiteten auch noch auf der Baumgartner Höhe, als Frau Weiss dort war.

Gemeinsam mit vielen anderen Kindern erlebte Magda Weiss in den 1970er und 1980er Jahren dort systematische Gewalt in allen Bereiche ihres Lebens. Die Kinder lebten weggesperrt ohne Zuneigung, zur Bestrafung wurden – wie in dieser Selbstdarstellung zu sehen – Netzbetten und Zwangsjacken verwendet. In ihren Zeichnungen und Tonfiguren setzt sich Frau Weiss mit diesen Erlebnissen bis hin zu Todesängsten auseinander. Mit ihrer Kunst greift sie aber auch in diese Erinnerungen ein. Sie zeigt, was sie sich stattdessen für ihre Kindheit (ge)wünscht (hätte): Liebe, tierische und menschliche Begleiter*innen, eine bunte, kindgerechte Umgebung und Spiele.

Heute lebt Anna Magdalena Weiss in ihrer eigenen Wohnung, für die sie lange gekämpft hat.

In Österreich brachte erst das Unterbringungsgesetz von 1991 ein Verbot der dauerhaften und zwangsweisen Unterbringung von Kindern in psychiatrischen Einrichtungen.

 [QR-Code zu Interview: https://hdgoe.at/mitschreiben/selbst-bestimmt/1746]

Als Kind eingesperrt

[Text in Leichter Sprache]

Magda Weiss ist eine Künstlerin.
Sie hat viele Bilder und Ton-Figuren gemacht.

Sie zeigt mit ihrer Kunst,
wie sie als Kind gelebt hat.
Sie hat in einem Heim gelebt.
Das Heim war auf der Baumgartner Höhe in Wien.
Dort hat sie sehr viel Gewalt erlebt.

Dort haben auch andere Kinder gelebt.
Alle Kinder haben viel Gewalt erlebt.
Die Kinder durften nicht spielen
und nicht hinaus gehen.
Sie waren eingesperrt.
Manchmal durften sie nicht aufs Klo gehen.

Das Bild zeigt:
Magda in einer Zwangs-Jacke.
Sie kann ihre Arme nicht bewegen.
Hinter Magda ist ein Netz-Bett.
Dort wurden die Kinder eingesperrt.

Magda zeichnet die Gewalt und ihre Angst.
Sie sagt:
Sonst lasse ich das immer drinnen im Körper.
Sie zeichnet aber auch,
was sie sich damals gewünscht hat:
Liebe, Tiere und Spiele.

Heute lebt sie in einer eigenen Wohnung.
Dafür musste sie lange kämpfen.