Papageno-Medienpreis 2026 an TV-Journalist Leon Hoffmann-Ostenhof verliehen
Medienpreis für suizidpräventive Berichterstattung heuer bereits zum 8. Mal vergeben
Der „Papageno-Medienpreis für suizidpräventive Berichterstattung“ geht in diesem Jahr an Leon Hoffmann-Ostenhof für seinen Beitrag "Bauernburnout – Wenn Bauern nicht mehr können", der am 4. August 2025 in der ORF-Sendung THEMA ausgestrahlt wurde. Überreicht wurde der mit 5.000 Euro dotierte Preis von Gesundheitsministerin Korinna Schumann im Rahmen einer feierlichen Verleihung im Presseclub Concordia. Die Auszeichnung wird jährlich anlässlich des Welttages der Suizidprävention (10. September) vergeben.
In ihrer Begründung betonte die Jury, dass Leon Hoffmann-Ostenhof mit seinem TV-Beitrag alle Kriterien des Papageno-Medienpreises vorbildlich erfüllt, indem er die Bewältigung psychosozialer Krisen in den Mittelpunkt rückt. Den Protagonisten des Beitrags gilt hierbei besonderer Respekt, denn sie dienen als wichtige Vorbilder, die offen über ihre Krisen und vor allem über das Herausfinden aus der Krise sprechen und auf diese Weise Menschen in ähnlichen Situationen ermutigen.
"Ich hoffe die Geschichten der Bauern in dem Beitrag konnten ein wenig dazu beitragen, dass das Stigma rundum psychische Erkrankungen am Land ein bisschen kleiner wird." – Leon Hoffmann-Ostenhof, Papageno-Medienpreisträger 2026
Neben dem Beitrag des Preisträgers waren heuer auch Beiträge von Nikolai Atefie ("Nach dem Absturz", erschienen im Jänner und Februar 2026 im Rahmen einer Podcastreihe auf JETZT.at) sowie Meli Tüchler und Daniel Martos ("Suizidgedanken – Was tun, wenn jemand nicht mehr leben will?", erschienen am 22. April 2026 im Kronehit psychotoalk) auf der Shortlist nominiert.
Schumann: "Verantwortungsvolle Berichterstattung kann Leben retten."
"Wie über Suizid berichtet wird, kann einen entscheidenden Unterschied machen. Verantwortungsvoller Journalismus informiert, gibt Orientierung und zeigt Menschen in Krisensituationen, wo sie rasch Unterstützung finden. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen: Sensible Berichterstattung kann einen wichtigen Beitrag zur Suizidprävention leisten, während sensationsorientierte Darstellungen zusätzliche Risiken schaffen können. Mein besonderer Dank gilt daher allen Journalistinnen und Journalisten, die sich dieser Verantwortung bewusst sind, Hilfsangebote sichtbar machen und dazu beitragen, psychische Gesundheit und Suizidprävention aus der Tabuzone zu holen. Denn Worte haben Wirkung – und verantwortungsvoller Journalismus kann Leben retten." – Bundesministerin Korinna Schumann
Berichterstattung auf Basis klarer Leitlinien kann präventiv wirken
Seit den 1980er-Jahren ist in Österreich ein deutlicher Rückgang der Suizidhäufigkeit zu beobachten, dennoch sterben weiterhin pro Jahr rund 1.200 Menschen durch Suizid. Das sind dreimal so viele Menschen, wie jährlich im Straßenverkehr ums Leben kommen. Dazu kommt noch eine sehr hohe Zahl an Suizidversuchen.
Der Rückgang der Suizidrate ist unter anderem auch auf die Medienrichtlinien zur Berichterstattung über Suizid zurückzuführen, die Österreich als eines der ersten Länder weltweit umgesetzt hat. Denn Medienschaffende nehmen eine wichtige Rolle in der Prävention ein, wenn sie über Suizidalität berichten. Berichte über die Bewältigung von Suizidalität und Krisen können Suiziden aktiv entgegenwirken ("Papageno-Effekt"). Andere Berichte hingegen können Imitationssuizide ("Werther-Effekt") zur Folge haben. Diesen Nachahmungssuiziden soll durch entsprechende Medienrichtlinien entgegengewirkt werden.
Weitere Fotos der diesjährigen Verleihung finden Sie im Album "10.09.2026 - Papageno-Medienpreis 2026" auf Flickr.
Mehr Informationen
Allgemeine Informationen zum Papageno-Medienpreis finden Sie auf unserer Website im Bereich "Ministerium: Papageno-Medienpreis für suizidpräventive Berichterstattung".
Weitere Informationen zum Thema Suizidprävention finden Sie darüber hinaus am Gesundheitsportal www.gesundheit.gv.at.