Wenn die Hitze die Psyche belastet
Wie Hitze unsere Psyche beeinflusst und wie Sie sich schützen können
Hitze erschöpft Menschen, macht sie müde und manchmal auch reizbar – das kennen viele. Doch extreme Temperaturen können weit mehr bewirken: Sie können die Psyche spürbar beeinträchtigen, das Risiko für psychische Belastungen und Krisen erhöhen und Symptome einer bestehenden psychischen Erkrankung verschlechtern. Das betrifft sowohl Menschen, die an einer psychischen Erkrankung leiden, als auch jene, die nicht betroffen sind.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Hitze unsere Psyche beeinflusst, welche Symptome auf eine psychische Belastung hindeuten und wie Sie sich schützen können.
Hitze trifft nicht nur den Körper
Die Belastung durch hohe Temperaturen zeigt sich nicht nur in körperlichen Symptomen. Auch die Psyche kann stark reagieren, vor allem bei Hitzeperioden, die mehrere Tage andauern. Bitte achten Sie besonders während der Hitze gut auf sich und gönnen Sie sich Pausen. Melden Sie sich bei vertrauten Menschen oder suchen Sie sich professionelle Hilfe, wenn alles zu viel erscheint. Sie sind nicht alleine – vielen geht es so, Hitze stellt für viele Menschen eine große Belastung und Herausforderung dar.
Warum Hitze die Psyche beeinflusst
Unser Körper ist durch hohe Temperaturen zusätzlich belastet: Die Temperaturregulation als Reaktion auf die Hitze fordert mehr Energie, das Herz-Kreislauf-System wird stärker belastet, der Schlaf kann schlechter werden und der Wasser- sowie Elektrolythaushalt kann aus dem Gleichgewicht geraten. Diese körperlichen Veränderungen wirken sich direkt auf das Gehirn und die Stimmung aus:
- Erhöhter Stresspegel und Anspannung
- Gesteigerte Reizbarkeit und Aggressivität
- Konzentrationsstörungen
- Verminderte Leistungsfähigkeit
- Allgemeine Erschöpfung
Internationale Studien zeigen außerdem, dass bei längeren Hitzeperioden die Anzahl von Krankenhauseinweisungen aufgrund von psychischen Krisen und Erkrankungen ansteigt.
Wer ist besonders betroffen?
- Menschen mit bestehenden psychischen Erkrankungen (z.B. Depressionen, Angststörungen, Schizophrenie)
- Menschen in psychischen Krisen
- Ältere Menschen und Kinder
- Personen, die in schlecht klimatisierten Räumen arbeiten oder leben
- Menschen, die sozial isoliert sind
- Menschen mit Demenz
- Menschen mit Suchterkrankungen
Symptome psychischer Belastung durch Hitze
- Stimmungsschwankungen, Gereiztheit, Unruhe
- Schlafstörungen und Erschöpfung
- Angstgefühle oder depressive Verstimmungen
- Lustlosigkeit, Verlust von Freude und Interesse
- Verminderte Konzentrationsfähigkeit
- Negative Gedankenschleifen, Zukunftsangst
Tipps zum Umgang mit psychischer Belastung bei Hitze
- Ganz generell: Achten Sie auf sich und wenn möglich auch auf Ihre Mitmenschen!
- Tun Sie sich selbst etwas Gutes, belohnen Sie sich selbst (z.B. mit Aktivitäten, die Ihnen Freude machen)
- Achten Sie auf soziale Kontakte – Gespräche helfen oft, Belastungen zu mildern. Bleiben Sie mit anderen in Kontakt und/oder bitten Sie um Unterstützung, wenn Sie Hilfe benötigen. Sprechen Sie mit Familie, Freund:innen und/oder Kolleg:innen über Ihre Belastung
- Setzen Sie sich realistische Pläne und Prioritäten
- Kühlen Sie sich (z.B. durch Fußbäder oder mehrmaliges kühles Duschen)
- Ausreichendes und regelmäßiges Trinken kann helfen, Beschwerden zu lindern
- Suchen Sie kühle Rückzugsorte auf (z.B. klimatisierte Räume oder schattige Plätze)
- Planen Sie Ruhephasen oder Pausen ein und passen Sie ihren Tagesablauf an die Temperaturen an
- Achten Sie beim Rausgehen auf geeigneten Sonnenschutz (z. B. Sonnenschutzmittel, Kopfbedeckung, Sonnenbrille, schattige Wege und Aufenthaltsorte)
- Treffen Sie, wenn möglich, Vorkehrungen, um nachts besser schlafen zu können (z. B. tagsüber Fenster verdunkeln und schließen; erst nachts lüften; bei Lärm: Ohrenstöpsel zum Schlafen verwenden)
- Informieren Sie sich regelmäßig über die Wettervorhersage, aber begrenzen Sie Ihren Konsum von Wetterberichten
Wann professionelle Hilfe notwendig ist
Wenn psychische Beschwerden länger anhalten, sich Symptome verschlimmern oder Suizidgedanken auftreten, ist es wichtig, frühzeitig professionelle Unterstützung zu suchen. Bitten Sie vertraute Menschen um Hilfe. Auch Psychotherapeut:innen, Ärzt:innen oder Krisentelefone bieten Hilfe an. Bitte wählen Sie bei akuter Eigen- oder Fremdgefährdung umgehend den Notruf. Wenn Sie in Ihrem Umfeld wahrnehmen, dass jemand besonders belastet ist, bieten Sie aktiv Unterstützung an.
Mehr Informationen
Weitere Informationen und Tipps zum Umgang mit Hitze erhalten Sie auf der Website gesundheit.gv.at, in unserer Broschüre "Sommer, Sonne, Hitze" und auf unserer Website im Bereich "Gesundheit: Hitze" sowie auf der Website der Arbeitsinspektion.