"StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt" wird fortgeführt
Gewaltpräventionsprojekt wird für weitere zwei Jahre finanziert – Wirkungsevaluation bestätigt Wirksamkeit
Das Gewaltpräventionsprojekt „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ wird für weitere zwei Jahre fortgeführt. Die Förderungen des Sozialministeriums (BMASGPK) für die Umsetzung an den Standorten sowie des BMWFW für Koordination und Vernetzung sichern die kontinuierliche Weiterarbeit des Projekts. Anlässlich der Weiterfinanzierung fand am 24. September 2026 eine gemeinsame Pressekonferenz mit Sozialministerin Korinna Schumann und Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner im Sozialministerium statt. Dabei wurden auch die Ergebnisse einer Wirkungsevaluation des Instituts für Konfliktforschung (IKF) präsentiert.
"Etwa jede dritte Frau in Österreich erlebt im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexuelle Gewalt. Die 18 Femizide heuer zeigen erschütternd, wie dringend wir handeln müssen. Gewaltprävention braucht umfassende Maßnahmen und eine Gesellschaft, die nicht wegschaut. Genau hier setzt "StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt" an: in der Nachbarschaft. Denn Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache." – Bundesministerin Korinna Schumann
Wirkung von StoP wissenschaftlich bestätigt
Eine Evaluierung des Instituts für Konfliktforschung bestätigt die Wirksamkeit von StoP: Die Ergebnisse zeigen, dass Gewaltsensibilisierung und Zivilcourage in allen Zielgruppen deutlich gesteigert wurden. Niederschwellige Zugänge ermöglichen es, unterschiedliche Personengruppen zu erreichen. Gleichzeitig trägt das Projekt dazu bei, Partnergewalt als gesamtgesellschaftliches Problem sichtbar zu machen und nicht auf Einzelfälle zu reduzieren. Denn Prävention wirkt vor allem dann nachhaltig, wenn sie Menschen in ihrem direkten Lebensumfeld erreicht und sich Zivilcourage im Alltag etabliert.
Empfehlungen für den Ausbau
Daher empfiehlt das IKF auch einen österreichweiten flächendeckenden Ausbau von StoP, insbesondere im ländlichen Raum. Zudem wird die feministische Männerarbeit des Projekts als wesentlicher Bestandteil der Prävention hervorgehoben. Eine stärkere Präsenz in Medien und Öffentlichkeit sowie die Synergien zwischen den verschiedenen Zielgruppen sollen die gesamtgesellschaftliche Wirkung weiter verfestigen.
Gewaltprävention beginnt in der Nachbarschaft
StoP sensibilisiert Nachbarschaften für häusliche Gewalt und stärkt Zivilcourage. Das Projekt verbindet Gewaltprävention mit Gemeinwesenarbeit, einer zentralen Methode der Sozialen Arbeit. Dabei stehen nicht nur einzelne Menschen im Fokus, sondern der gesamte soziale Raum. Aufmerksame Nachbarinnen und Nachbarn können dazu beitragen, häusliche Gewalt frühzeitig zu erkennen und Betroffene zu unterstützen.
"StoP stärkt Zusammenhalt, Verantwortungsgefühl und Zivilcourage und zeigt sichere Wege auf, Betroffene zu unterstützen. Nur wer informiert ist, kann handeln – und nur wer handelt, kann Veränderung bewirken. Trotz der schwierigen budgetären Situation stellen wir bis 2028 insgesamt 2,7 Millionen Euro für die Weiterführung bereit. Damit setzen wir ein klares Zeichen für den Schutz von Frauen und Mädchen. Mein herzlicher Dank gilt allen, die Gewalt sichtbar machen und Betroffene stärken." – Bundesministerin Korinna Schumann
Seit dem Start 2019 in Wien-Margareten hat sich StoP an 46 Standorten etabliert. Die Umsetzung erfolgt durch Organisationen aus Gewaltschutz und Gemeinwesenarbeit. Die Gesamtkoordination liegt beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF).