Was macht Social Media mit jungen Menschen?
Staatssekretärin Königsberger-Ludwig und GÖG präsentieren neue Erkenntnisse und starten Beteiligungsprozess mit Jugendlichen.
Wie können Jugendliche zukünftig soziale Medien sicher und selbstbestimmt nutzen? Und welche Unterstützung brauchen sie dabei? Diesen zentralen Fragen widmet sich ein breiter Beteiligungsprozess des Gesundheitsministeriums und der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG), bei dem bis nächsten Sommer Vorschläge von Jugendlichen selbst miteinbezogen werden sollen. Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig stellte diesen am Donnerstag, 29. Oktober 2026, gemeinsam mit Gerlinde Rohrauer-Näf von der GÖG und Moritz Mittermann, Vorsitzender der Bundesjugendvertretung, bei einer Pressekonferenz vor.
Die Diskussion über das Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige hat deutlich gemacht, wie wichtig der Schutz junger Menschen im digitalen Raum ist. Neben gesetzlichen Schutzmaßnahmen braucht es auch Angebote, die Jugendliche im Alltag stärken. Dabei sollen sie selbst mitreden: über ihre Erfahrungen, sinnvolle Regeln und die Unterstützung, die sie sich von Eltern, Schulen, Politik und Plattformbetreibern wünschen.
"Bei den Jugendgesundheitskonferenzen und der Jugendkonferenz der Bundesjugendvertretung haben junge Menschen uns offen gesagt, was sie belastet und was ihnen guttut. Diese Gespräche führen wir jetzt in ganz Österreich weiter" - Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig.
Erfahrungen einbringen, Ergebnisse mitgestalten
Der Beteiligungsprozess zu Social Media, Künstlicher Intelligenz (KI) und psychischer Gesundheit läuft bis Juni 2027 und verbindet eine Onlinebefragung mit Jugendforen und persönlichen Gesprächen. Bereits seit Juni 2026 wurden bei Bundesjugendkonferenzen Erfahrungen und Vorschläge gesammelt. Auch Ergebnisse des Jugenddialogs der Bundesjugendvertretung fließen ein.
Bis Ende Februar 2027 können Jugendliche auf der Plattform YouthVOICE ihre Meinung einbringen und bestehende Vorschläge bewerten. Im ersten Halbjahr 2027 sind drei Jugendforen in Wien, Graz und Innsbruck geplant. Ergänzend finden Gesprächsrunden mit Jugendlichen mit Behinderungen oder Lernschwierigkeiten sowie jungen Menschen aus der LGBTQ+-Community statt.
Die Ergebnisse werden am 24. Juni 2027 bei der Bundesjugendgesundheitskonferenz im Wiener Museums Quartier vorgestellt und an politische Entscheidungsträger:innen übergeben.
Forschung zeigt Risiken und Handlungsbedarf
Die wissenschaftliche Grundlage bildet eine GÖG-Analyse von 145 internationalen Quellen. Sie zeigt, dass neben der Nutzungsdauer auch entscheidend ist, welche Inhalte Jugendliche sehen und wie sie soziale Medien nutzen. Problematische Nutzung steht unter anderem mit Ängsten, depressiven Symptomen, Schlafproblemen und geringem Selbstwertgefühl im Zusammenhang. Endloses Scrollen und Belohnungssysteme können das Abschalten erschweren. Unrealistische Körperbilder und ständiger Vergleich können die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper verstärken.
Zahlen aus Österreich zeigen bei 10 Prozent der Mädchen und 7 Prozent der Burschen problematische Nutzungsmuster. Besonders häufig treten diese im Alter von 13 Jahren auf. 45 Prozent der befragten 16- bis 25-Jährigen gaben an, durch mediale Beiträge Druck zu verspüren, ihren Körper zu verändern.
Aus Vorschlägen werden Unterstützungsangebote
Die Ergebnisse der Jugendbeteiligung sollen im Rahmen der Agenda Gesundheitsförderung in konkrete Angebote einfließen. Geplant sind Trainings und leicht verständliche Informationen für Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte sowie Workshops zum Einfluss sozialer Medien auf Schönheitsideale und das eigene Körperbild.
Verbreitet werden sollen die Angebote unter anderem über Partnerorganisationen und junge Peer-Botschafter der Initiative "ABC der psychosozialen Gesundheit junger Menschen". Ziel ist es, Jugendliche im sicheren und selbstbestimmten Umgang mit Social Media und KI zu unterstützen – unabhängig von künftigen gesetzlichen Altersgrenzen.
Mehr Informationen
Weitere Informationen zum Projekt "Social Media und KI: Was brauchst du, damit es dir damit gut geht?" finden Sie auf beteiligen-gesundheit.at.
Fotos der Pressekonferenz finden Sie im Album "29.10.2026 Pressekonferenz Jugendbeteilung Social Media" auf Flickr.