Essstörungen Auf dieser Seite finden Sie Informationen sowie konkrete Beratungs- und Hilfsangebote zum Thema Essstörung.
Essstörungen sind ernstzunehmende Erkrankungen, die Körper, Psyche und soziales Umfeld stark belasten können. Sie betreffen Menschen jeden Alters, Geschlechts und sozialen Hintergrunds. Ein frühzeitiges Erkennen und eine rechtzeitige Behandlung sind entscheidend für die Heilungschancen.
Essstörungen sind in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) als Erkrankungen anerkannt. Der Begriff „Esssucht“ ist hingegen keine offizielle Diagnose. Häufig wird damit die Binge-Eating-Störung bezeichnet, die in der ICD als eigenständige Essstörung erfasst ist.
Wenn Sie bei sich selbst oder einer nahestehenden Person Anzeichen einer Essstörung bemerken, sollten Sie möglichst früh professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen.
- Anorexia nervosa (Magersucht):
Starkes Untergewicht durch gezügeltes Essverhalten, übermäßige körperliche Aktivität oder andere Maßnahmen zur Gewichtsreduktion. - Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht):
Wiederkehrende Essanfälle mit anschließendem Erbrechen oder anderen kompensatorischen Maßnahmen. - Binge-Eating-Störung (Esssucht):
Wiederholte Essanfälle ohne Gegenmaßnahmen, oft verbunden mit starkem Leidensdruck. Umgangssprachlich wird dies häufig auch als „Esssucht“ bezeichnet.
Mögliche Hinweise auf eine Essstörung sind unter anderem:
- Starke Beschäftigung mit Gewicht, Figur oder Ernährung
- Auffällige Essgewohnheiten (z.B. Essanfälle, extremes Kalorienzählen, Auslassen von Mahlzeiten)
- Rascher Gewichtsverlust oder stark schwankendes Gewicht
- Sozialer Rückzug sowie Veränderungen im Verhalten, in der Stimmung oder im Umgang mit Essen
Essstörungen entstehen meist durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, darunter:
- Psychische Faktoren (z.B. Perfektionismus, geringes Selbstwertgefühl oder belastende Lebensereignisse)
- Soziale Einflüsse (z.B. Schönheitsideale, Social Media, familiäre Dynamiken)
- Biologische und genetische Faktoren
gesundheit.gv.at
Informationen zu Essstörungen, Ursachen, Symptomen, Behandlung und Prävention.
Hilfe und Beratung
- Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin
- Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie
- Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten
- Klinische Psychologinnen und Klinische Psychologen
- Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen
Über die Gesundheitssuche auf dem Gesundheitsportal können Sie nach Ambulanzen, Krankenhäusern, Ärztinnen oder Ärzten sowie weiteren Gesundheitsberufen und Beratungsstellen suchen.
Netzwerk Essstörungen
Kostenlose und anonyme Beratung für Betroffene, Angehörige und Fachpersonen aus ganz Österreich
Telefon: 0512 57 60 26
Email: beratung@netzwerk-essstoerungen.at
Wiener Gesundheitsförderung - WiG
Kostenlose und anonyme Beratung für Betroffene, Angehörige und Bezugspersonen.
Telefon: 0800 20 11 20
Email: hilfe@essstoerungshotline.at
- Österreichischer SuchthilfekompassBundesweite Suche nach Beratungs- und Behandlungseinrichtungen für Menschen mit Essstörungen, deren Angehörige sowie weitere Bezugspersonen.
- Österreichische Gesellschaft für Essstörungen (ÖGES)
Informationen zu Essstörungen und Beratungsstellen sowie telefonischen Auskünften, ambulanten und stationären Einrichtungen. - Psychotherapeut:innen-, Klinische Psycholog:innen- und Gesundheitspsycholog:innen-Suche (GPL-Suche)
Offizielle Suchfunktion des Bundesministeriums zur Suche nach eingetragenen Psychotherapeut:innen sowie Klinischen Psycholog:innen und Gesundheitspsycholog:innen
Informationen für Jugendliche
feel-ok.at
Österreichische Gesundheits- und Präventionsplattform mit jugendgerechten Informationen zu Essstörungen, Körperbild, psychischer Gesundheit sowie Hinweisen auf Beratungs- und Unterstützungsangebote.
Studien
Die nachfolgend angeführte österreichische Studie gibt einen Überblick über die Verbreitung von Risikofaktoren für Essstörungen bei Jugendlichen.
Eine groß angelegte schulbasierte Untersuchung der Medizinischen Universität Wien in Zusammenarbeit mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut untersuchte im Jahr 2015 das Risiko für Essstörungen bei 3.610 Schülerinnen und Schülern im Alter von 10 bis 18 Jahren.
Die Ergebnisse zeigen, dass 30,9 % der Mädchen und 14,6 % der Burschen ein erhöhtes Risiko für eine Essstörung aufwiesen. Zudem standen erhöhte Risikowerte in engem Zusammenhang mit psychischen Belastungen und einer geringeren gesundheitsbezogenen Lebensqualität.
Weiterführende Publikation (PubMed):